„Siehe, ich mache alles neu!“ Ein neues Jahr, ein neuer Anfang: Wie wunderbar! Ich finde ja, Neuanfänge haben etwas. Als ich das letzte Mal umgezogen bin, habe ich mir wochenlang ausgemalt, wie es wohl sein wird in der neuen Wohnung: Wohin kommt das Ostfriesensofa und wohin der alte Schrank mit dem Fernseher? In welche Richtung schaut der Schreibtisch und welches Bild hänge ich an welche Wand? Allerdings erinnere ich mich auch, dass der Umzug ziemlich stressig war und dass ich manche Dinge loslassen und wegwerfen musste. Alles neu? Bitte nicht. Ein paar vertraute Sachen will ich doch behalten. Hermann Hesse hat in seinem berühmten Gedicht von den Stufen des Lebens geschrieben „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Leider ist das eine Lüge. Es gibt so viele Neuanfänge, die unfreiwillig sind, gerade im Alter, wenn man z.B. das vertraute Haus nach Jahrzehnten verlassen muss. Deshalb bin ich auch skeptisch, wenn Gott mir durch die Jahreslosung zuruft: „Siehe ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,10). Alles will ich doch gar nicht neu haben. Gerne lasse ich mir im neuen Jahr von einem frischen Wind den Kopf verstrubbeln und neue Ideen eingeben, aber meine Füße möchten ihren vertrauten Grund nicht verlassen. Und doch geht es nicht ohne Neuanfänge und neue Schritte, manch mal auch auf unebenem Terrain. Viele Veränderungen erwarten uns als Kirche in den nächsten Monaten und Jahren. Manches ist noch ungewiss, manches macht mir auch Sorgen oder Angst. Aber dann denke ich wieder an Gott, der uns nicht alleine lässt, sondern uns sein „Fürchte dich nicht!“ unablässig ins Ohr flüstert. „Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt.“ (Ev. Gesangbuch 395) 

Pastor Nico Szameitat, Sankt Ansgar; aus dem Gemeindeblatt Dezember 2025 bis Februar 2026

Dies ist eine OpenStreetMap Karte. Wenn Sie auf diese Karte klicken, stimmen Sie der Datenschutzerklärung der OpenStreetMap Foundation (OSMF) zu. Außerdem stimmen Sie unserer Datenschutzrichtlinie zu.