Fröhlicher Abschied eines Hirten

Verabschiedung von Pastor Thomas Hinne (3. von li.) mit Bischof Thomas Adomait (4. von li.). Alle Fotos: Dirk-Michael Grötzsch
Verabschiedung von Pastor Thomas Hinne (3. von li.) mit Bischof Thomas Adomait (4. von li.). Alle Fotos: Dirk-Michael Grötzsch
Im Gottesdienst wirkten die Kinder der Kita St. Ansgar mit.
Pastor Thomas Hinne
Entpflichtung von Thomas Hinne durch Bischof Thomas Adomeit.
Hirtenszene I mit der Pfarrerschaft aus Eversten.
Die Wirtinnen: Die drei Küsterinnen der Kirchengemeinde St. Ansgar.
Die Heiligen drei Königinnen: Die Leiterinnen der drei Kitas in Eversten.
Die Tourist-Info: Das Büro-Team (incl. evasenio)
Hirtenszene II

Verabschiedung von Pastor Thomas Hinne am 4. Advent 2019

 

Am 4. Advent wurde in Eversten Pastor Thomas Hinne feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Unter dem Motto „Mache dich auf – werde licht!“ feierte die Gemeinde in der vollbesetzten Kirche St. Ansgar einen festlichen Gottesdienst mitsamt Empfang. Da Hinne die Kindertagesstätten in Eversten immer besonders am Herzen lagen, wirkten im Gottesdienst die Kinder der Kita St. Ansgar mit und verfolgten unter einem Himmel voller selbstgebastelter Sterne eine Bildergeschichte.
 
Die Ansgari-Kantorei, zu der Hinne selbst lange Jahre gehörte, sang unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Johannes von Hoff weihnachtliche Choräle und einen irischen Segenswunsch. Kreispfarrerin Ulrike Hoffmann bedankte sich bei Hinne für seinen engagierten und beharrlichen Dienst, gerade als Diakoniepfarrer des Kirchenkreises. Bischof Thomas Adomeit, der die Entpflichtung vornahm, würdigte Hinne als einen Seelsorger, der es verstand, mit großer Treue und Verlässlichkeit Menschen zu begleiten und ihnen weiterzugeben, was ihn selbst trage: „Das Suchen und Erzählen von dem tragenden Grund war dein Leitmotiv für deine Arbeit.“ Dabei habe Hinne auch immer wieder kreative Antworten auf die Frage gefunden, wie „Gottes Licht im Hier und Jetzt am besten sichtbar“ werde.
 
Thomas Hinne war 23 Jahre lang als Pfarrer an St. Ansgar tätig, nachdem er zuvor in Wahnbek gewirkt hatte. Während seiner Zeit in Eversten prägte er die Gemeinde St. Ansgar. Sie ist seitdem nicht nur bekannt für ihre hervorragende Kirchenmusik, sondern auch für ihren fruchtbaren Dialog mit der bildenden Kunst und ihr diakonisches Engagement. Hinne selber rief in seiner Predigt dazu auf, sich immer wieder aufzumachen und Licht zu bringen in den „dunklen Wahnsinn dieser Welt“. Gerade aus den Begegnungen mit Menschen habe er Kraft und Mut für seine Arbeit geschöpft, so Hinne.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es statt der üblichen Grußworte ein Krippenspiel, das Kollegen und Mitarbeitende inszeniert hatten. Zahlreiche Menschen traten als Hirten, Königinnen, Straßenmusiker und Wirtinnen auf, um ihrem Hirten Thomas Hinne zu „huldigen“. Die Kantorei verwandelte sich in den Chor der himmlischen Heerscharen und jubelte anstatt des „Glo-o-o-oria in excelsis Deo!“ ein „Tho-o-o-mas, dir sei Dank gesungen!“ Als Geschenk überreichte die Gemeinde Hinne ein vom Künstler Felix Beilstein eigens geschaffenes Doppelportrait von Thomas Hinne und dem römischen Senator Lucius Lucullus, in Anspielung auf Hinnes große Liebe zur Kochkunst.
 
Hinne, der zuletzt wegen Krankheit fast ein Jahr lang nicht im Dienst war, zeigte sich am Ende gerührt und dankte Familie, Freunden sowie Gemeindegliedern für die langjährige Unterstützung seiner Arbeit und das großartige Abschiedsfest.

 

Ein Beitrag von Pastor Nico Szameitat.

 

Hier finden Sie den vollständigen Text des Krippenspiels zur Verabschiedung von Pastor Thomas Hinne im Format PDF.

 

„Zusammen erleben, was das Leben ist - lebendig und kräftig und schärfer.“

„Die Welt verändern schon mit einem kleinen Lachen. Endlich bereit sein, den Unterschied zu machen. Lasst uns dem Alltag, der so nichtig ist, entgegenstellen, was uns wichtig ist. Mit frischem Schwung und neuer Energie, so gut gelaunt und engagiert wie nie“. So heißt es im Lied der Wise Guys zur Kirchentagslosung 2007 aus Hebräer 4,12: Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert. So: lebendig, kräftig, mit scharfem Verstand und treffsicheren Worten hat mein Kollege und Freund Thomas Hinne Dienst getan in unserer Kirche. Er hat seinen Zuhörern in seinen einfühlsamen Predigten oft ein kleines Lachen ins Gesicht gezaubert und unsere Ansichten über Gott und die Welt verändert, ein Stück offener, weiter gemacht. Seine Gemeindeberichte für die Kreissynode habe ich mit Freude gelesen: sie waren informativ, nach vorn schauend und zugleich witzig und unterhaltsam. Er konnte aber nicht nur zwischen feiner Ironie und scharfem Wort unterscheiden, das auch mal unangenehm pieksen konnte. Er hat immer wieder betont, wie dankbar wir aus dem Glauben heraus leben und das Leben feiern dürfen, weil uns eine wunderbare Vielfalt geschenkt wird an Klängen und Melodien, Bildern, Nähe, Fantasie, Lebensfreude, Lebensgenuss. Es war inspirierend, einen gut gelaunten Kollegen zu erleben, dessen Tatendrang und Energie uns mitriss und vieles möglich machte: ich bin stolz darauf, dass es uns während unserer gemeinsamen Dienstzeit in St. Ansgar gelungen ist, u.a. die Gemeindehäuser, die Kirche und die Orgel fit zu machen für die Zukunft. Thomas hat sich mit unermüdlicher Kraft für die KiTa´s eingesetzt und die Krippenausbauten vorangetrieben. Mit seiner Rückenstärkung gelang es, ein neues Konzept in der Konfirmanden- und Jugendarbeit zusammen mit unseren Schwestergemeinden Bloherfelde und Nikolai und der ejo umzusetzen, und vieles andere mehr. Und wir haben gelitten, wenn mein lieber Kollege übel gelaunt war. Das kam auch vor, besonders dann, wenn er selbst an seiner Kirche gelitten hat und Dinge nicht vorankamen. Mit den Jahren wuchsen unser Verständnis und unser Vertrauen zueinander, so dass wir auch schwierige Aufgaben miteinander gemeistert haben wie etwa die „Verwaltungsstrukturreform“. Wir haben uns bemüht, das große Schiff St. Ansgar in ruhigen Fahrwassern zu führen und die Gemeinde vor den heftigen internen Sturmböen zu schützen. Das persönlich Wichtigste für mich ist die Freundschaft, die sich zwischen uns und unseren Ehepartnern entwickelt hat. Als wir 2004 nach Eversten zogen, boten uns Thomas und Edelgard ihre Freundschaft an und luden uns zu sich ein. Seitdem haben wir, wie viele andere, ihre großartige Gastfreundschaft viele Male genossen. Umgekehrt durften wir uns freuen, wenn die beiden bei uns zu Gast waren: ich weiß nicht, wie viele theologische und gesellschaftliche Fragen wir diskutiert und gleichzeitig raffinierte Rezepte ausprobiert und guten Wein getrunken haben! Wir haben öfter darüber nachgedacht, ob wir nicht zusammen ein „Pfarrherrliches Kochbuch“ schreiben sollten – aber oft ist das Leben dann am Schönsten, wenn wir es aus vollen Zügen im Augenblick genießen und nicht versuchen, es festzuhalten. Zusammen erfahren, was das Leben ist – Danke dafür, lieber Thomas, liebe Edelgard, und euch alles Gute und Liebe und Gottes Segen! Eure Sandra und euer Stefan Hollatz

 

Gottesdienst zur Verabschiedung von Pastor Thomas Hinne

22. Dezember 2019, 15 Uhr, St. Ansgar - Eversten

mit der KiTa St. Ansgar, Bischof Adomeit und der Ansgari-Kantorei.

Anschließend Empfang in der Kirche. Wir freuen uns über einen kulinarischen Beitrag für ein möglichst breitgefächertes Buffet für Thomas Hinne!

Foto: Iris Horn

Willkommen und Abschied

Am 27.09. feierten wir in der ev. KiTa St. Ansgar unseren jährlich stattfindenden Willkommensgottesdienst. Mit unserem Kinder- Gottesdienst, dieses Jahr mit dem Thema „Wir reichen uns die Hände – Gemeinschaft erleben“, haben wir alle unsere Kinder im neuen KiTa-Jahr und in unserer KiTa willkommen geheißen. Dieses Jahr war unser Willkommensgottesdienst ein noch besonderer als ohnehin schon. Wir durften unseren Gottesdienst wieder mit Pastor Hinne feiern! Wir freuen uns, dass er sich seinen Abschied mit uns und den Kindern als Kindergottesdienst gewünscht hat. Wir haben schon viel mit Pastor Hinne erlebt. Die Zusammenarbeit mit ihm begann hier in der KiTa 1996. Seitdem begleitete er uns als Pastor, Vorgesetzter und Fürsorger, der sich für uns auch gerne mal weit aus dem Fenster gelehnt hat. Ideen und Wünsche sowie das Wohlergehen des Teams und der Kinder der KiTa lagen ihm immer am Herzen. Er initiierte Umbaumaßnahmen, wie den Hortanbau 1998, die Spielplatzerneuerung 2010, den Anbau der Krippe 2013 und ließ es sich nicht nehmen, die KiTa mit einer neuen Küche auszustatten, bevor wir 2018 zu ekito übergeleitet wurden. Unsere Qualitätsentwicklung startete mit ihm 2006. Wir konnten uns immer darauf verlassen, dass er als unser Trägervertreter das Beste für uns herausholte. Teamfortbildungen in Ahlhorn, Rastede oder Falkenburg begleitete er. Hierbei ergaben sich nicht nur dienstliche Gespräche. Pastor Hinne hat auch auf privater Ebene bei vielen Kolleginnen Veränderungen begleitet und aufgefangen. Ob es Trauungen von Mitarbeiterinnen, die Taufen von KiTa-Kindern und Kindern von Mitarbeiterinnen oder auch die Beerdigung nahestehender Angehöriger von Kolleginnen war, er stand uns immer zur Seite. Wir können und konnten uns auf ihn verlassen – als Mensch, als Vorgesetzter, als Pastor, als Zuhörer, als Macher, als Espressozubereiter, als treibende Kraft, als AufdemTeppich- Halter, als Kämpfer und als Vertrauter. Dafür sagen ich im Namen des ganzen KiTa Teams DANKE! Linda Vatterodt  

Einsatz für Kirchenmusik

Danke an Thomas Hinne für die tolle gemeinsame Zeit an St. Ansgar! Den Einsatz von Thomas für die Kunst an St. Ansgar habe ich immer bewundert - nicht nur für die Organisation zahlreicher Ausstellungen in Kirche und Gemeindehaus. Viele neue Formate wie die "Liturgische Nacht" wurden dankbar angenommen. Natürlich beobachtete ich als enger Mitarbeiter den enormen Arbeitsaufwand u.a. für den Kindergarten. Besonders sein Einsatz für die Schwachen und mittellosen Menschen ist hervorzuheben, sei es speziell für Familien oder z.B. für die Aktion "Kinder brauchen warme Füße". Bei seinem riesigen und sehr einfühlsamen Einsatz für alle anderen wurde in den letzten Jahren aber auch klar, dass seine Fähigkeit, die Warnzeichen seines Körpers ernst zu nehmen, nicht sehr ausgeprägt war. Als Kantor möchte ich mich speziell für seinen Einsatz für die Kirchenmusik bedanken, sei es als aktiver Sänger im Bass der Kantorei oder sei es für unzählige gemeinsam gestaltete Gottesdienste, Vorbereitung großer Oratorien, wichtige Orgelprojekte oder die Wertschätzung der Kirchenmusik überhaupt. Ein einfühlsamer Mensch, dem ich gerne einen kraftvolleren Abschied von der Arbeit gewünscht hätte, geht nun in den Ruhestand! Alles erdenklich Gute für seine und Edelgards Zukunft wünscht Johannes von Hoff .

Prägende Jahre

Pastor Hinne war vier Jahre im Amt, als wir in den Gemeindekirchenrat gewählt wurden. Er konnte gut zuhören, wischte neue Ideen nicht vom Tisch, gab Raum und verstand sich als Mit-Suchender in der Gemeinde. Er hatte genauso viel Lust und Energie, etwas Neues zu machen, auszuprobieren wie wir. Die große Gottesdienst-Vorbereitungsgruppe wurde installiert, zunächst mit dem Ziel, besondere Gottesdienste, z.B. "Liturgische Nächte", vorzubereiten und dem Ewigkeitssonntag eine neue Form zu geben. Thomas Hinne regte umfangreiche Ausstellungen im Kirchenraum an und wir entwickelten gemeinsam ein Begleitprogramm. Zehn Jahre lang hat eine Gruppe von Frauen zusammen einen Abendsegensgottesdienst gefeiert, wir haben Gemeindenachmittage auf die Beine gestellt, die Oldenburger Tafel für Gefl üchtete unterstützt, sommerliche Vorleseabende veranstaltet und, und, und... Für all diese Lebendigkeit in der Gemeinde danken wir dir, Thomas Hinne. Ingeborg und Erwin Böning, Ursel Petersen, Gerda Pries

„Guck an, ein Kollege!“,

dachte ich als ich vor vier Jahren anfi ng, in der Kantorei zu singen. Seine witzigen, vom Kantor ungehörten Kommentare während der Proben und seine starken, oft geradezu sprachphilosophischen Predigten, wenn die Kantorei im Gottesdienst sang, beeindruckten mich sehr. Als Pastorin Hollatz ging, erwog ich, ob St. Ansgar eine Gemeinde für mich sein könnte und so traf ich mich nach einer Kantoreiprobe mit Thomas. Ich erinnere mich nur noch an ausgezeichneten Rotwein und dass ich weinselig vergaß, die Hälfte meiner Fragen zu stellen. Und dann wurde ich gewählt. Wir beide stellten uns ein gemeinsames Jahr im Übergang vor. Ich freute mich auf ein Miteinander, ein richtiges Kennenlernen, auf ein von ihm Lernen, was sowohl diese Gemeinde als vielleicht auch die Kulinarik betriff t. Und dann kam erstens die Krankheit und zweitens alles anders. Und doch schaff te er es mit seinen begrenzten Kräften, die Gemeinde und mich in dem letzten Jahr zu unterstützen. Vielen Dank, lieber Thomas, dafür! Nico Szameitat

Besondere Begegnungen mit Pastor Hinne

Sonntag in St. Ansgar, Glocken läuten, Orgelvorspiel, Stille - kein Pastor in Sicht - unruhiges Murmeln. Plötzlich ertönt aus der dritten Reihe, inmitten der Konfi rmanden, eine Stimme. Ist denn heute kein Pastor im Gottesdienst? Wo ist der Pastor? Mach hinne! Und Pastor Hinne, damals noch dunkelhaarig, erhebt sich und geht, von einem Lächeln der Gemeinde begleitet, zum Altar. So begann der Gottesdienst. Der Ideenreichtum von Pastor Hinne bescherte uns einen besonderen Abend unter dem Motto „Bibel und Wein“ in St. Ansgar. Der Weinexperte, ein ehemaliger Theologiestudent, erläuterte anhand bestimmter Bibeltexte Verbindungen zwischen Bibel und Wein. Zwischen den Lesungen konnte man diverse Weine probieren. Dieser besondere Abend klang fröhlich aus. Eine inzwischen pensionierte Religionslehrerin, die wegen Meinungsverschiedenheiten aus der Kirche ausgetreten war, begehrte den Wiedereintritt. Sie wollte jedoch vorher an zwei Gottesdiensten teilnehmen, um sich ein Bild von ihm zu machen. So wurde verfahren und Pastor Hinne besuchte sie. Pastor Hinne meinte anschließend augenzwinkernd, er sei sich wie bei einem Examen vorgekommen und habe das Gefühl gehabt, er stände mit Händen an der Hosennaht vor der alten Dame. Diese Episoden geben nur einen kleinen Teil der jahrelangen verdienstvollen Tätigkeiten und der Persönlichkeit von Pastor Hinne wieder. Erwin Müller

  • RSS
  • Zum Seitenanfang
  • Seite drucken

© 2020 Ev.-luth. Gesamtkirchengemeinde Eversten | Zietenstraße 6 | 26131 Oldenburg | Tel.: 0441-957000 | E-Mail: kirchenbuero.ol-eversten@No Spamkirche-oldenburg.de |