Die Bewahrung der Schöpfung als christlicher Auftrag: Teil 1

 

Ein Interview zum Thema Nachhaltigkeit

Elisabeth Korenke (K) und Ines Hartog (H) engagieren sich in der Kirchengemeinde Nikolai im Umweltteam "Grüner Hahn". Mit ihnen sprach Immo Suhr.

Wie entstand die Idee, sich für den Klimaschutz und das Thema Nachhaltigkeit in der Kirchengemeinde Nikolai zu engagieren?

H: Der erste Gedanke kam mir nach der Aufführung des Nachhaltigkeits-Musicals „Der Countdown der Tiere“, das wir im Sommer 2019 mit der Musical-AG der Grundschule Hogenkamp aufgeführt hatten. Viele Gemeindemitglieder äußerten sich sehr positiv dazu.

K: Da das Thema Nachhaltigkeit gesellschaftlich immer mehr in den Vordergrund rückte, hatte sich auch der GKR im Herbst 2019 dafür ausgesprochen, ganz konkrete Schritte zur Bewahrung der Schöpfung in unserer Kirchengemeinde zu gehen.

Was hat Sie persönlich dazu bewogen, sich für das Thema einzusetzen?

K: Durch die Fridays-for-Future-Bewegung habe ich mich persönlich intensiv mit dem Thema „Welche Welt hinterlassen wir unseren Kindern?“ beschäftigt. Verzweifelt den Kopf in den Sand zu stecken oder selber mit meinen „kleinen Möglichkeiten“ anzufangen, waren die beiden Alternativen. Das Umweltmanagementsystem „Der Grüne Hahn“ bietet im Rahmen der Kirchengemeinde eine strukturierte Vorgehensweise, wie wir z. B. Energie, Wasser, Papier oder Müll einsparen können. Schnell fanden sich Mitstreiterinnen („Die grünen Hühner“), die mit viel Phantasie und Elan anpacken. Schön fi nde ich, dass wir als Vorreiterinnen hoff entlich auch andere motivieren können, in ihrem Alltag erste kleine Schritte zu gehen.

H: Die Berichte in Presse und Fernsehen zu Themen wie Zerstörung des Regenwaldes, Abgasproblematik, Insektensterben, Plastikmüll, Klimafl üchtlinge mehrten sich kontinuierlich. Irgendwann kannst du die Augen nicht mehr davor verschließen, dass das alles nicht weit weg ist, sondern mit unserem Lebensstil hier und heute zu tun hat. Doch wo anfangen etwas zu ändern? Du tust es in kleinen Schritten in deinem Alltag: Fährst mehr Fahrrad statt Auto, kaufst Bio-Produkte, benutzt Recyclingpapier und merkst doch, dass das alles zu wenig ist. Aber Du glaubst daran: Wenn viele Menschen kleine Schritte tun, können wir das Gesicht der Welt verändern.

Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Glauben und einem Umweltbewusstsein?

H: Man spricht über das Thema Umwelt auch in der Kirche und man schlägt den einen oder anderen Schritt vor. Und dort sind Menschen, die sagen JA dazu! DAS ist doch unser ureigenster Auftrag als Christen: Die Schöpfung zu bewahren! Und es ist mehr als nötig! Wir brauchen ein verändertes Bewusstsein. Wir müssen unser Konsumverhalten überdenken: Wer hat wo und wie unter Verwendung welcher Ressourcen dafür gesorgt, dass ich dies und jenes jetzt konsumiere? Brauche ich das wirklich? Was macht glücklich? Wenn unser Fokus darauf liegt, was wir gewinnen, wenn wir nachhaltig handeln, begreifen wir: Weniger ist mehr! Weniger ist mehr für alle!

K: Das Thema ist uns anvertraut: „Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden, damit er ihn bebaue und hüte.“ (Gen 2,15). Und deshalb haben wir es in den Umweltleitlinien unserer Kirchengemeinde genau so formuliert: „Wir, die Gemeindeglieder der Kirchengemeinde Nikolai in Oldenburg Eversten, leiten unsere Freude und Achtung über das Bestehen der Welt und allen Lebens aus unserem christlichen Glauben ab. Die Bewahrung der Schöpfung ist erklärtes und verbindliches Ziel des Handelns unserer Kirchengemeinde. Der Nachhaltigkeitsaspekt steht dabei im Zentrum des Handelns zur Erhaltung einer lebenswerten Umwelt für spätere Generationen.“

Fortsetzung des Interviews im April

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