Klimawandel bremsen: Tausend Möglichkeiten

Photovoltaik auf der Ev.-luth. Kirche Cloppenburg

„Wir brauchen nicht so fort zu leben, wie wir gestern gelebt haben. Macht Euch nur von dieser Anschauung los und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein.“ Ist das nicht ein großartiges Zitat von Christian Morgenstern? Es ist unter anderem in der Klimafastenbroschüre 2021 zu finden und malt uns ein Bild, dass Veränderungen keineswegs mit Verlust verbunden sein müssen, sondern vor allem viele neue bereichernde Möglichkeiten bieten! Die Menschen der Welt haben sich ja viel vorgenommen, denn auch wenn die Bewältigung der Corona-Pandemie derzeit im Fokus steht, ist das Bremsen des Klimawandels eine deutlich anspruchsvollere Aufgabe. Allein der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe wird ein schweres Stück Arbeit. Wie geht es damit in Ihrer Kirchengemeinde? Aufgrund eines Rahmenvertrags nutzen sehr viele Kirchengemeinden der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg bereits Ökostrom. Dies ist gut für die Ökobilanz und unterstützt den bundesweiten Ausstieg aus der Kohleverstromung. Der nächste Schritt könnte der selbstproduzierte und -genutzte Strom aus der Photovoltaik-Anlage sein, Staat und Land haben sehr gute Förderprogramme aufgelegt. Beim Heizen ist die Situation noch „fossil“ geprägt. Bisher werden fast alle Gebäude in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg mittels Erdgas beheizt und das wirkt sich beträchtlich auf die CO2-Bilanz aus. Dennoch gibtes hier „tausend Möglichkeiten“, um den Verbrauch an Erdgas erheblich zu senken. Ein Heizungscheck durch den Fachingenieur hilft, das Einsparpotenzial aufzudecken. Der Check kann aktuell kostenlos in Anspruch genommen werden. Wie wäre es, wenn in den Kirchengemeinden gemeinsam und kreativ überlegt wird, wie insbesondere die erheblichen Heizenergieverbräuche in der Kirche dauerhaft gesenkt werden können? Coole Kirche, Winterkirche, Kurz-und-draußen, … es gibt inzwischen schon einige erprobte Formate, bei denen der Gottesdienst beinahe klimaneutral stattfindet, ohne dass die Verkündigung zu kurz kommt. Dies alles und noch vieles mehr findet sich auch im Integrierten Klimaschutzkonzept der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, das 2012 von der Synode beschlossen wurde. Darin sind CO2-Einsparungsziele benannt und ein ganzer Katalog von Maßnahmen, wie diese Ziele erreicht werden können. So gibt es zum Beispiel das Angebot, ein Energiemanagement oder ein Umweltmanagement einzuführen, wie es in Nikolai und Bloherfelde mit der Einführung des „Grünen Hahns“ gerade geschieht. Da stehen nicht nur die Energieverbräuche auf dem Prüfstand. Gefragt wird auch, welche Materialien im Büro, bei der Bewirtung und zur Gebäudereinigung verbraucht werden. Besonders holz-, energie- und wassersparend ist zum Beispiel die Verwendung von Recyclingpapier, das übrigens auch strahlend weiß erhältlich ist. Der Blaue Engel ist ein sicheres Erkennungszeichen für umweltfreundliche Produkte. Und wie werden zum Beispiel die Außenanlagen genutzt? Es gilt zu erkunden, wo es Bereiche gibt, die für mehr Artenvielfalt umgestaltet werden können. Das haben schon einige Kirchengemeinden und Kitas für sich entdeckt und zum Beispiel mit Fördermitteln aus dem „Grünen Topf“ der Ev.- Luth. Kirche in Oldenburg einen artenvielfältigen Grünbereich geschaffen. Es ist manchmal mühsam, aber immer beglückend, wenn mit einer kleinen Veränderung mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit erreicht wird. Wir sitzen alle in einem Boot, aber bisher sind wir im Norden noch nicht so stark betroffen, wie die Menschen im globalen Süden, wo die Erderwärmung schon seit Jahren extreme Wetterereignisse und großes Leid verursacht. Die Art zu leben hier bei uns hat großen Einfluss auf das Leben unserer Mitmenschen und der Mitwelt anderswo. Gut, wenn wir durch unser Handeln auch dort die Chance auf „tausend Möglichkeiten“ schenken. Andrea Feyen, Beauftragte für Umwelt, Klimaschutz und Energie umwelt@kirche-oldenburg.de www.umwelt.kirche-oldenburg.de

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