Inspirierende Vorbilder

Wer das Monatskalendarium aufschlägt, stolpert über eine Menge Feiertage. Der 3. Oktober und der „neue“ Reformationstag: dann im November Allerheiligen und Allerseelen sowie der Buß- und Bettag. Die Heiligen zu verehren, zu ihnen zu beten, sie als Schutz anzurufen gegen böse Mächte, das war der Reformation schon von Anfang an ein Kritikpunkt an der damaligen Theologie und dem Brauchtum. Martin Luther hat sie weggefegt mit seinen forschen Bemerkungen. In den Schmalkaldischen Artikeln wurde 1537 formuliert: „Anrufung der Heiligen ist auch der endchristlichen Missbräuche einer und streitet wider den ersten Hauptartikel und tilget die Erkenntnis Christi.“ Gelten lassen mochte die Reformation allerdings die Erinnerung an Menschen, die aus ihrem Glauben heraus und mit der Kraft des Heiligen Geistes ein besonders eindrückliches Lebenszeugnis abgelegt hatten. Deren Leben zu studieren, hellsichtig zu werden für Aufgabenstellungen im eigenen Leben, sich begeistern zu lassen, das sah die Reformation als etwas Wichtiges an. Inspiration braucht es. Mutmachende Vorbilder auch. Darum schmöker ich gern in Biographien, lasse mich ein auf andere Epochen und die Fragestellungen vergangener Konstellationen oder auch gegenwärtiger Konflikte, die unter ganz anderen Bedingungen als den mitteleuropäischen toben. Und ich lerne viel von Martin Luther King, von Dorothee Sölle, Dietrich Bonhoeffer, Anne Frank und Malala. Kopieren lassen sie sich nicht, weil ja das Leben keine Kopie ist. Aber Mut machen können sie, dass auch mit unserer kleinen Kraft eine Menge zu bewegen ist. Gegen Widerstände, oft ohne große Unterstützung. Aber mit dem Schub, den Gottes gute Geistkraft unter uns wirken lassen will. Pastorin Kaschlun

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