Monatsspruch November

Hiob 19,25 

 

ABER ICH WEIß, DASS MEIN ERLÖSER LEBT

 

So bekennt der in tiefes Leid gestürzte Hiob in seinem Elend. Alles erdenklich Gute hatte sein Leben begleitet, bis ihm alles genommen wurde: Hab und Gut, Familie und Gesundheit. Diesen Satz setzt er dem Schicksal entgegen, dass ihn vollständig niederdrücken will. In nur sieben Worten predigt Hiob seinen ganzen Glauben. "Aber ich WEIß" - hier geht es um Gewissheit, die keinen Raum lässt für ein Vielleicht. Hiob ist sich seiner Sache sicher."Aber ich weiß, dass MEIN". Er sieht sich in einer unverbrüchlichen Gemeinschaft. Er redet nicht von irgendeinem, sondern von "meinem"; es geht um die Beziehung zu einer vertrauten Person, die ihm nahe steht. "Aber ich weiß, dass mein ERLÖSER". Diese Person, von der Hiob hier spricht, bedeutet für ihn das Ende seiner Qualen. Diese Person bringt ihm Erlösung, also Befreiung von seiner Last. "Aber ich weiß, dass mein Erlöser LEBT." - dieser Erlöser ist nicht selber tot, wie so mancher angesichts von Hiobs Elend sicher spotten mag. Wie kann man noch auf ein gutes Ende hoffen, wenn man zerschlagen am Boden liegt? Wenn der Gott, auf den man sein Vertrauen gesetzt hat, solches Leid zulässt? Hiob aber weiß, dass sein Erlöser lebt. Gegen allen Augenschein hofft er auf Gottes Hilfe. Hiob denkt wohl rein innerweltlich: Es wird der Tag kommen, an dem mein Erlöser das Recht wiederherstellt. Hiob redet unzweifelhaft von Gott selber. Gerade wenn Gott mit diesem Unrecht und Elend etwas zu tun haben sollte, muss er auch wieder für Gerechtigkeit sorgen. Hiob ruft Gott an gegen Gott selber. Und Hiob glaubt ganz diesseitig, dass Gott einlenken wird in diesem Leben. Als Christen schöpfen wir solche Erlösungs-Hoffnung im Blick auf Christus. In Christus hat Gott den Tod besiegt. Das Hiobwort und die darin angesagte Erlösung deuten wir als Hinweis auf die Auferstehung und ein Leben bei Gott in Geborgenheit und Frieden in seinem ewigen Reich. Es gibt ein Sprichwort, das mir zum ersten Mal in einem Film begegnet ist: „Am Ende ist alles gut. Und ist es noch nicht gut, dann ist es noch nicht das Ende.“ Dieser Satz könnte von Hiob stammen. Für ihn und für uns gilt: Am Ende erwartet uns Gott. Pastor Ramsauer

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