Alles hat seine Zeit

Foto: Iris Horn
Abbildung vom Friedhof Eversten

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit", - so beginnt Kapitel 3 aus dem Buch Prediger. Alles hat seine Zeit: Nach drei Generationen sind wir weitgehend vergessen. Vielleicht existieren dann noch Fotos, von denen eigentlich niemand so genau weiß, wer da drauf ist. Auch wir, die wir in Zeiten von Sozial Media leben, werden vergessen sein. Sollte ein Facebook Stream in hundert Jahren noch existieren, ist es das, was man noch finden kann über uns. Was wird der für ein Bild zeichnen? Sind wir das, was wir gelikt und gepostet haben? Wohl eher nicht. Wie wir waren, was für Träume wir hatten, wird kaum noch jemand wissen. Nichts wird bleiben, außer wir sind Erfinder, Wissenschaftler oder eine andere Persönlichkeit, die etwas geschaffen hat, was überdauert. Doch ist es wirklich so, dass alles von uns vergessen sein wird? Gibt es nicht doch etwas, das überdauern kann? Vielleicht. Doch das hat nicht unbedingt etwas mit Dingen zu tun, die wir hinterlassen. Sondern damit, wie wir unser Leben gelebt haben. Denn das ist es, was die Menschen in unserer Umgebung prägt und beeinflusst. Was wir nachwachsenden Generationen vorleben, wie wir uns verhalten, welche Gedanken wir mit anderen teilen. Wie wir mit anderen umgehen, trägt dazu bei, wie es in unserer Umgebung weitergehen wird. Wir sind so beschaffen dass wir von Vorbildern lernen. Und die, die nach uns he- ranwachsen, lernen wiederum von uns. Wir lernen am Modell. Unser Verhalten gegenüber anderen und uns selbst ist das, was bleiben wird. Auch wenn wir längst vergessen sind, werden wir dazu beigetragen haben, wie sich die Menschen, die nach uns kommen, verhalten. Die Art, wie wir Menschen miteinander leben und wie verantwortungsvoll und "nachhaltig" wir mit der Natur umgehen, überdauert unser einzelnes Leben zwar hier, allerdings auch nicht auf ewig! Alles ist vergänglich? Nach biblischem Verständnis können wir unterscheiden. Wir als Gottes Geschöpfe sind vergänglich. Alle Natur ist vergänglich. Aber Gott ist ewig. Das ist eben eines seiner Hauptkennzeichen. Auch sein Wort ist ewig, auch sein Reich, eben alles, was zur Seite des Schöpfers gehört. Auch sein Dasein für uns bleibt. Die Beziehung zwischen ihm und uns ist unvergänglich, weil er bleibt. Und so gesehen sind wir über diesen Glauben mit hineingenommen in Gottes Unvergänglichkeit. Im christlichen, aber auch im jüdischen und muslimischen Weltbild hoffen Menschen auf ein Leben nach dem Tod in einer anderen, paradiesischen Welt - wobei völlig offen ist, wo das sein soll und wie sich das gestaltet. Entscheidend ist meines Erachtens: Gott bleibt auch nach unserem Sterben in Beziehung zu uns, mitten unter uns. So wie das Zusammenwohnen von Gott und Mensch z.B. in der Offenbarung des Johannes, Kapitel 21, in einer großartigen Vision ausgemalt wird: "Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen." Pastor Ramsauer

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