Ökumenischer Gesprächskreis für Frauen

Seit über 25 Jahren besteht der ökumenische Gesprächskreis für Frauen, genauer seit Januar 1987. Damals lud Martina Hinrichs aus dem Gemeindekirchenrat Bloherfelde zusammen mit Elisabeth Cordes aus der St.-Stephanus-Gemeinde junge Frauen und Mütter erstmalig ein und 26 kamen zum ersten Treffen. Die beiden Leiterinnen hatten sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt in einer Zeit, wo die Kirche von Männern in Leitungspositionen dominiert wurde, nämlich: Den Frauen ein ganz eigenes Forum, einen Schonraum, zur Ermutigung und Entwicklung ihrer weiblichen Spiritualität in unserer Kirche zu geben, unabhängig von der konfessionellen Ausrichtung, beginnend mit Gruppenarbeit über die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten der Konfessionen in achtsamem Respekt vor den Anderen.

 

Dies stärkte schnell die schwesterliche Solidarität und die gemeinsame Sinnfindung, so dass weitere Themen folgten, wie „Maria in der Bibel", in der der weibliche Lebensweg auch in der aktuellen Situation reflektiert werden konnte. Die Frage nach den unterschiedlichen Sichtweisen zu den Sakramenten, den eigenen Vorerfahrungen damit, den persönlichen konfessionellen Prägungen und dem Bedarf an Veränderungen im Alltag folgten. Referenten wurden eingeladen, z.B. referierte eine Nonne über die Apokalypse oder Herr Dr. Harms von der Universität Oldenburg über die Euthanasie im LKH Wehnen oder Bischof Krug war Gast und Teilnehmer einer Bibelarbeit.

 

Zur Vorstellung der Gruppe wurden zwei Gottesdienste liebevoll vorbereitet und mit den Gemeinden gefeiert, einer davon unter dem Thema „Jesu Begegnung mit der Frau am Brunnen". Die Abende handelten aber auch vom Selbstbild und dem Rollenverständnis der Frau in der Gemeinde und der sich wandelnden Gesellschaft, von Erziehung, Taufe, Familie, Elternsein. Im Laufe der Jahre wurde die Themenauswahl und -gestaltung von den Teilnehmerinnen selbst übernommen. In einem Jahr wurde jeder Frau ein Abend zur Gestaltung geschenkt und es kamen dabei erstaunliche Ressourcen der Einzelnen zum Vorschein. Kreatives Miteinander wie Origami und Malen, thematisch bezogene Wochenendfreizeiten, Museumsbesuche, Quigong, therapeutische Märchenarbeit waren unter vielen anderen Themen von Interesse.

 

Gegründet in einer Zeit, als Ermutigung der Frau in der Gemeinde eine zentrale Notwendigkeit war, Ermutigung, sich zu trauen, das Eigene in die Kirche zu tragen und zu zeigen: Ein langer Prozess des Wachsens im Aufeinander-Verwiesensein, im Sich-gegenseitig-Ergänzen und auch durch Krisen hindurch zusammenzuwachsen.

 

In dem Kreis sind noch Teilnehmerinnen der ersten Stunde und neue hinzugekommen. Insgesamt ist der Kreis „in die Jahre gereift", ist seinem Ziel und seinem Motto treu geblieben. Dank der Kompetenz und liebenswerten Leitung von Martina Hinrichs über kontinuierlich 25 Jahre trifft sich die Gruppe bis heute einmal im Monat! Unsere Kirchenwelt hat sich seit der Gründung stark verändert. Heute prägen Frauen in allen kirchlichen Bereichen die Kirchenarbeit intensiv mit. Aber unverändert bleibt das Bedürfnis der Ermutigung zur eigenen Entwicklung in der Bindung an die Verantwortung für diese Welt, für jeden von uns lebensnotwendig.

E. Damm

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